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Schreiner werden – was gehört dazu?

Ein Auszubildender im Gespräch...

Was wird in der Ausbildung verlangt und womit wird die Mühe belohnt? Über die verschiedensten Aspekte der Schreinerlehre und des Schreinerberufs sprachen wir mit Dennis De Roeck, der es wissen muss, denn Dennis steht kurz vor‘ seiner Gesellenprüfung.

         

Was hat Dich an einer Ausbildung im Handwerksberuf, speziell im Schreinerhandwerk gereizt?

Das ist ein super abwechslungsreicher Beruf. Selbst wenn man, wie hier bei Lima Concept, vor allem Bauschreinerarbeiten macht, wie Dachstühle, Fenster, Innenausbau, ist die Arbeit immer anspruchsvoll. Zum Beispiel werden die Hölzer für ein Dach in zwei Schrägen geschnitten, und dafür gibt es sechs, sieben verschiedene Berechnungsarten. Und Kreativität ist auch gefragt. Der Kunde hat eine Idee und der Schreiner muss sie umsetzen. Wenn sich etwas nicht verwirklichen lässt, dann muss er Alternativen finden. Außerdem ist Holz ein sehr angenehmer Werkstoff. Jedes Holz riecht anders.

Warum Lehre statt Studium?

Man hat direkt mit dem Beruf zu tun. Lernen heißt es zwar auch hier, und zwar nicht wenig, aber man lernt nicht ins Blaue hinein. Und wenn es klappt, dann bekommt man direkt eine positive Bestätigung. Das ist aufbauend, motivierend.

Welches Image hat man als Schreinerlehrling bei Freunden und Freundinnen?

Ein sehr gutes. Oft heißt es: das ist ja praktisch. Toll, dass du das kannst. Kannst du mir dabei und dabei helfen. Ich kann mir auf jeden Fall meine Küche selbst bauen, genau so wie ich sie gerne hätte. Wenn ich mir die Zeit nehme, dann auch mein Bett. Als Schreiner hat man ein gutes Fachwissen, auf das man stolz sein kann.

Drum ist so eine Ausbildung wohl auch nicht ganz ohne – was erwartet den Auszubildenden?

Die Frage ist immer, wie stellt der Auszubildende sich an. Wenn er es gut macht, dann darf er ganz schnell schon ziemlich selbständig arbeiten, vor allem in einer kleinen Firma. Natürlich darf er nicht im ersten Lehrjahr die Kreissäge selbst einstellen, aber nach dem dritten Lehrjahr muss er ja selbstständig arbeiten können, also darf er nach und nach auch alle Maschinen benutzen.

Welche Voraussetzungen muss er mitbringen?

Vor allem die richtige Motivation. Handwerklich geschickt sollte er schon sein, nicht gerade schlechte Mathe-Note haben. Gewissenhaftigkeit und Präzision hat mir immer sehr geholfen. Und räumliches Sehen darf auch nicht fehlen. Aber das verbessert sich mit der Zeit, denn man muss regelmäßig Pläne zeichnen und muss sich immer wieder überlegen, wie sieht so ein Teil in der Wirklichkeit aus. Auf jeden Fall muss er nicht einhundert Kilo stemmen können, um ein guter Schreiner zu sein. Man muss zwar auch mal richtig anpacken, und hinterher hat man das Gefühl: ich hab was geschafft. Aber es ist kein Beruf, in dem man immer schwitzt.

Wie sind die Aussichten, nach der Ausbildung einen Job zu kriegen?

Man findet relativ schnell Arbeit. Die Nachfrage ist groß. Hier gibt es viele Schreiner. Und ich glaube, dass jeder sich aussuchen kann, ob er lieber bei einem Möbelschreiner, einem Bauschreiner oder im Messebau arbeitet. Man kann sich selbständig machen, alleine arbeiten oder einen Riesenbetrieb gründen. Ich habe einen Job schon so gut wie in der Tasche.