Lernen im Ausland - EU-Programm Leonardo da Vinci

Vier hiesige Kfz-Mechatroniker Lehrlinge  zum Praktikum nach Köln

Einst zogen die Gesellen nach Abschluss ihrer Lehrzeit auf Wanderschaft durch die Lande, um ihre Handwerkskünste bei den Meistern ihres Fachs zu verfeinern. Die Wanderschaft war seit dem Spätmittelalter eine der Voraussetzungen für den Gesellen, die Prüfung zum Meister abzulegen.

Auch heute wagen viele Jugendliche im Rahmen ihrer Ausbildung den Schritt über die Grenze. Die Vorteile eines praxisbezogenen Auslandsaufenthalts liegen auf der Hand: Die Fremdsprachenkenntnisse werden verbessert, ergänzendes Fachwissen und -können vermittelt und Berührungsängste abgebaut.

Im Ausland lernen die Auszubildenden, sich selbstständig in einer fremden Umgebung zurechtzufinden und entwickeln im täglichen Umgang mit neuen Kollegen/innen Verständnis für andere Arbeits- und Lebensweisen. Das fördert ihre interkulturellen Fähigkeiten und verstärkt Querschnittskompetenzen wie Teamfähigkeit, Toleranz und Eigenverantwortung.

Seit 1995 unterstützt das Programm „Leonardo da Vinci“ 1) der Europäischen Union die transnationale Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Es ist das größte Programm zur Förderung von Auslandsaufenthalten in der beruflichen Bildung. Ausbildungsabschnitte oder Praktika im Ausland tragen zu mehr internationaler Fachkompetenz, sozialer und interkultureller Kompetenz sowie Fremdsprachenkompetenz bei. „Leonardo da Vinci“ richtet sich an Einrichtungen der beruflichen Bildung, z.B. Berufsbildende Schulen und Überbetriebliche Bildungsstätten.

Im Rahmen dieses EU-Programms haben auch hiesige Auszubildende seit mehreren Jahren die Möglichkeit, einige Wochen Betriebspraxis in anderen europäischen Staaten zu sammeln. So haben vier Lehrlinge des dritten Ausbildungsjahres der Kfz-Abteilung des Zentrums für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes in Eupen vor kurzem zehn Arbeitstage in Köln verbracht.

Die vier angehenden Kfz-Mechatroniker, die in großen Kölner Kfz-Betrieben untergebracht waren, sprachen von einem sehr positiven Erlebnis. Hatten sie doch die Möglichkeit den Arbeitsablauf in anderen Werkstätten sowie andere Fahrzeugmodelle kennenzulernen und das Erlernte und ihre Eindrücke mit nach Hause zu nehmen. Auf die Fragen ob sie einen solchen Auslandsaufenthalt noch mal machen würden oder was sie ihren Mitschülern sagen, die dieses Angebot nicht genutzt haben, kam die spontane Antwort: „Jederzeit würden wir ein solches Angebot annehmen und man  verpasst etwas, wenn man diese Gelegenheit eines Auslandpraktikums nicht in Anspruch nimmt.

Lernen im Ausland bedeutet nicht nur Menschen kennen zu lernen, sondern vor allem den Horizont zu erweitern. 

1) Vor rund 556 Jahren (*1452 +1519) wurde in der Nähe von Vinci bei Florenz einer der populärsten Künstler und Wissenschaftler aller Zeiten geboren. Leonardo da Vinci war Maler, Zeichner, Bildhauer, Erfinder, visionärer Konstrukteur, Mathematiker, Architekt und leidenschaftlicher Naturforscher. Als typischer Vertreter seiner Zeit glaubte er an die Freiheit der Kunst und des Menschen und strebte nach Bildung und Wissen.