Das ZAWM in Indien
 
  

Auf Anfrage von Professor Bansal der renommierten Universität IIT (Indien Institut of Technolgie) in Delhi beteiligt sich das ZAWM an einem Entwicklungsprojekt in Indien. Weitere europäische Partner sind die Handwerkskammer Aachen und die Fachhochschule Aachen mit dem Solarinstitut Jülich, mit denen wir bereits das EnBau-Projekt und das Altener-Projekt in den neunziger Jahren gemeinsam durchgeführt haben.

Auftakt in Delhi war Ende Juli. Die verantwortlichen Partner trafen sich in Delhi, um vor Ort mit den Ansprechpartnern in Kontakt zu kommen und die Zielsetzung der Zusammenarbeit genau abzustimmen. Mit seinen über einer Milliarde Einwohnern ist Indien ein Land mit vielen installierten Solaranlagen. Dies betrifft insbesondere Photovoltaische (stromerzeugende) Anlagen, aber auch die Warmwasserbereitung nimmt einen bedeutenden Anteil ein. Die indische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren weitere 18.000 Dörfer mit elektrischem Strom zu versorgen. Dazu soll vor allem die Solarenergie einen wichtigen Beitrag leisten.
 
 
Auch die Industrie ist mit der Herstellung von Solarmodulen gut entwickelt. Und so sollte in dem sonnenreichen Subkontinent einer effizienten Nutzung der Sonnenenergie nichts im Wege stehen. Nach den Erfahrungen des IIT ergibt sich allerdings bei Montage und beim Unterhalt dieser Anlagen die Problematik, dass aufgrund fehlender Ausbildung der Handwerker eine mangelnde Ausbeute der Installationen. So kam es dazu, dass Herr Professor Bansal, der im vergangenen Jahr eine Gastprofessur in Aachen wahrnahm, sich für unsere Initiativen in diesem Bereich interessierte. Nicht zuletzt die Tatsache, dass die Gemeinden der DG die höchste Rate an funktionierenden Solaranlagen in der Wallonie aufweisen und dafür kürzlich ja auch ausgezeichnet wurden, machte das ZAWM zu einem interessanten Partner in diesem Anliegen. Schließlich ist diese Auszeichnung zu einem wesentlichen Teil auf die Schulung der Handwerker Ostbelgiens und die damit verbundene Sensibilisierung und professionellere Beratung der Bevölkerung zurückzuführen.

Bei diesem ersten Arbeitsbesuch zeigte sich Indien von den verschiedensten Seiten, zwischen Hightech und Slums, zwischen Wohlstand und Armut, zwischen Mentalitäten, die uns Europäern leicht zugänglich sind und fremden Denkweisen, die für den Erfolg eines solchen Projektes eine große Herausforderung sind. Wie jede andere Anlage können auch Solarmodule nur ihre Wirkung erzielen, wenn die Betreiber sich für ihr Funktionieren verantwortlich fühlen und die Wartung korrekt übernehmen. Andererseits ist auch darauf zu achten, dass nichts installiert wird, wozu es auf dem lokalen Markt keine Ersatzteile und kein Know-how gibt.

So hoffen wir nun, dass unsere Mitarbeit einen kleinen Stein beitragen kann zum Wohlergehen dieses stark wachsenden Volkes. Das Projekt wird zu 80% aus Mitteln der EU finanziert.   
 

Bilder 2006, Teri-Insitut Bangalore, Kursdurchführung