Fleischer-Meisterkurs in der Presse

Aus dem Grenz-Echo vom 26.11.2004:

ZAWM und Handwerkskammer Aachen bündeln die Kräfte -
Synergien in der Fleischerausbildung


Grenzen zu überschreiten kann durchaus auch positive Auswirkungen haben, wie die Zusammenarbeit zwischen dem Eupener ZAWM und der Handwerkskammer Aachen bei der Fleischerausbildung beweist. Im vorliegenden Fall sind sich das Zentrum für die Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes, das Institut (IAWM) als dessen übergeordnete Behörde sowie auch die deutschen Partner jedenfalls einig, einen großen Schritt in die richtige Richtung getan zu haben.

Und auch beim Mittelstandsminister der DG, Bernd Gentges (PFF), habe man mit dem Projekt offene Türen eingerannt oder wie dessen Berater Daniel Drösch es in Metzgermanier formulierte: »Es darf gern noch etwas mehr sein!«
In Eupen hat nun erstmals ein gemeinsamer Kurs zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung begonnen. Insgesamt dreizehn Gesellen (davon sechs aus der DG) folgen dem Lehrgang mit dem Ziel, im Juni 2006 den Titel des Fleischermeisters zu erlangen. Jeweils mittwochs abends werden sie unterrichtet und sind damit die Pioniere eines euregionalen Ausbildungsprojektes, das eigentlich aus der Not heraus geboren wurde.
Hintergrund waren Entwicklungen, mit denen sich sowohl die Eupener, als auch die Ausbilder aus dem Kammerbezirk Aachen konfrontiert sahen: Hohe Anforderungen durch europäische Bestimmungen im Bereich Nahrungsmittelhygiene (sog. HACCP-Normen), deren Gewährleistung nicht nur eine Anpassung der Ausbildungsprogramme, sondern auch und vor allem eine Modifizierung der infrastrukturellen Voraussetzungen in den Qualifizierungszentren erforderlich machte, und die Entwicklung der Schülerzahlen. In der DG sind derzeit 18 Auszubildende in den Berufen Metzger bzw. Fertiggerichtzubereiter eingetragen (HK Aachen: 120) und naturgemäß hegen nicht alle den Wunsch nach Selbstständigkeit, wozu in Belgien darüber hinaus nicht unbedingt ein Meistertitel erforderlich ist.


Kräftebündelung
Doch nicht die finanzielle Kräftebündelung soll den Verantwortlichen nach in den Vordergrund gerückt werden, sondern vielmehr die Tatsache, dass nationale Hindernisse durch die Schaffung eines gemeinsamen Ausbildungsstandortes und eine vereinte überbetriebliche Ausbildung überwunden werden. Dabei soll die vorhandene Infrastruktur in Eupen für einen gemeinsamen Unterricht nutzbar gemacht werden. Konkret bedeutet dies, dass die Metzgerabteilung des Zentrums umgebaut, erweitert und an die erwähnten europäischen Hygienenormen angepasst wird. Die gemeinsame überbetriebliche Ausbildung wiederum sei ein Pilotprojekt, das die Transparenz in der grenzüberschreitenden Arbeit weiter fördern und die berufliche Mobilität, so ZAWM-Direktor Thomas Pankert, erhöhen werde.
Hierbei schließen sich Betriebe zusammen, um Ausbildungsteile zu gestalten, die im einzelnen Unternehmen nicht möglich sind. Man rechnet damit, dass rund 120 Teilnehmer während je einer Woche hieran teilnehmen werden. Die Kosten dieser Ausbildung, bei der alle Partner überdies für ihr eigenes Prüfungswesen verantwortlich bleiben, waren allerdings nicht Inhalt des Projektantrages, dem die Interreg-III-Manager bereits ein sehr positives Echo folgen ließen. Als »innovative Kooperation mit deutlichem Plus für die Region« gewertet, wird das europäische Förderprogramm die räumlichen Anpassungen im Hinblick auf die gemeinsame Unterrichtung von Lehrlingen ab 2006 voraussichtlich kofinanzieren. Hilfestellungen leisten ebenso die DG sowie das Land Nordrhein-Westfalen

Modellcharakter
»Die grenzüberschreitende Kooperation hat Modellcharakter und ist wegweisend für unseren Wirtschaftszweig«, unterstrichen Thomas Pankert und sein Kollege von der Aachener Handwerkskammer Peter Empt unisono.
Dem ZAWM und der Kammer sei es gelungen, die fachliche Ausbildung der angehenden Fleischermeister in der Region zu halten. Zudem werde das Angebot für die Lehrlinge aus dieser Branche optimiert und an die steigenden Anforderungen im Berufsleben angepasst.