Prinzregententorte

Die Prinzregententorte ist eine aus mindestens sechs Schichten bestehende Schokoladenbuttercremetorte, die ihren Ursprung in Bayern hat. Namensgeber ist Luitpold, der ab 1886 Prinzregent von Bayern war.
Bis heute weiß man allerdings nicht genau, wer die Torte kreiert hat. In verschiedenen Quellen tauchen unterschiedliche Namen auf, am häufigsten werden der Hofbäcker Anton Seidel und der Hofkonditor Heinrich Georg Erbshäuser genannt.

Anton Seidl
Er übernahm die Bäckerei seines Vaters und versuchte ab 1888 angelehnt an die Dobostorte eine neunschichtige Schokoladenbuttercremetorte zu kreieren, bei der jeder Boden für eines der Kinder Ludwig's I. stand. Laut der Chronik der Seidls soll die Torte sehr schnell verbreitet worden sein, allerdings wird sie in damaligen Anzeigen und in der Festschrift zum 125 jährigen Bestehen der Bäckerei nicht erwähnt. Außerdem soll eine schriftliche Genehmigung des Prinzregenten existiert haben, die Torte überhaupt so nennen zu dürfen, diese ist jedoch unauffindbar.

Heinrich Georg Erbshäuser
Er gründete eine eigene Konditorei und wurde 1890 zum Hofkonditor ernannt. Er soll die Prinzregententorte anlässlich des 90. Geburtstags des Prinzregenten Luitpold kreiert haben, sie hatte acht Schichten und jeder Boden war ein Symbol für einen der acht Regierungsbezirke.

Zubereitung
Die Torte besteht aus sehr dünnen Biskuitböden, genannt Dobosböden, die mit Schokoladenbuttercreme bestrichen und aufeinander gesetzt werden, bis auf den obersten Boden, dieser wird mit Aprikosenmarmelade bestrichen. Heute verwendet man auch manchmal Rührteig für die Böden, die Anzahl ist nicht streng festgelegt, es sollten aber mindestens sechs sein. In Bayern wird sie häufig mit sieben Böden gebacken und symbolisiert so noch immer die heutigen sieben Regierungsbezirke.


Zutaten

Boden:
9 Eigelb
220 g Puderzucker
9 Eiweiß
180 g Mehl

Füllung:
300 g Butter
500 ml Milch
1 Päckchen Vanillepuddingpulver
40 g Zucker
250 g Zucker
50 g Kakaopulver
100 g aufgelöste Kuvertüre

Außerdem:
300 g Zartbitterkuvertüre zum überziehen

Für die 6 Böden:
Das Eigelb mit etwa einem Drittel gesiebten Puderzucker schaumig rühren.
Unter das Eiweiß sofort einen Teil Puderzucker geben und schlagen, bis es stark an Volumen zugenommen hat und halbfest ist. Nach und nach den restlichen Puderzucker unterschlagen, bis ein schnittfester Schnee entstanden ist.
Einen Teil des Eischnees unter die Eigelbmasse ziehen und etwas verrühren. Den restlichen Eischnee zusammen mit dem Mehl untermelieren.
Springformring (Durchmesser 26 cm) auf ein frisches Backpapier legen und ein Sechstel der Masse hinein füllen. Gleichmäßig verstreichen, danach den Springformring entfernen. Den gleichen Vorgang wiederholen, bis man insgesamt 6 dünne Böden hat.
Die Böden so rasch wie möglich hintereinander backen, damit sie durch längeres Liegen vor dem Backen nicht an Luftigkeit verlieren.
Bei 220°C unbedingt "nach Sicht" backen, weil die dünnen Böden schnell verbrennen können. Nach dem Backen sofort vom Blech nehmen, um zu verhindern, dass sie austrocknen.

Für die Buttercreme:
Milch mit Zucker, Kakaopulver und Vanillepudding nach Vorschrift einen Pudding kochen.
Den abgekühlten Pudding durch einen Sieb streichen und nach und nach unter die Butter rühren. Dabei achten, dass der Pudding und die Butter ungefähr die gleiche Temperatur haben, sonst wird die Creme grieselig. Zum Schluss die aufgelöste Kuvertüre unterrühren.
Den ersten Boden auf eine Tortenplatte legen, das Papier abziehen und mit einem Teil der Buttercreme bestreichen. Darauf achten, dass die Creme nicht über den Rand gestrichen wird. Dann den nächsten Boden darauf legen und das Gleiche wiederholen, bis alle Böden aufeinander sind. Den Springformring auf die Torte geben, und den Rand gleichmäßig beschneiden. Die Torte mit der restlichen Creme rundherum einstreichen. Für eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Inzwischen die Kuvertüre auf 40°C im Wasserbad erwärmen (nicht wärmer, sonst wird der Überzug anschließend grau).
Die Torte aus dem Kühlschrank nehmen und auf ein Kuchengitter stellen. Unter dem Kuchengitter sollte ein Blech liegen, das die überflüssige Kuvertüre auffängt. Die Kuvertüre über die Torte gießen, gleichmäßig oben und den Rand einstreichen. Sofort den Torteneinteiler darauf geben (16 Stück) und im Kühlschrank die Glasur erstarren lassen. Nach dem Erkalten mit einem warmen Messer die Torte nach Vorlage nochmals ganz einteilen (Rand nicht vergessen). Da die Kuvertüre sehr hart wird, würde sie sonst beim Schneiden brechen.

Tipp:
Wer es nicht eilig hat, kann die Böden auch auf 3x backen. Jeweils die Menge mit 3 Eiern berechnen und 2 Böden aus einer Masse backen. Das hat den Vorteil, dass die Böden lockerer werden und besser einzuteilen sind.