Zwei Exzellenzmedaillen bei den Europameisterschaften für Handwerker in Göteborg

493 Teilnehmer aus 28 europäischen Ländern und Regionen und 7 nicht-europäischen Ländern zeigten vom 1.-3. Dezember 2016 in 40 verschiedenen Berufen ihr Können. Darunter zwei Teilnehmer des ZAWM Eupen: der Kfz-Mechatroniker Justin Emontspool aus Eupen und der Fliesenleger John Pauquet aus Kettenis.
Über ein Jahr lang hatten sie sich in belgischen Vorausscheidungen für diese Teilnahme qualifiziert und dann intensive Trainingswochen zur Vorbereitung auf diese drei Tage in den Messehallten in Göteborg, Schweden, hinter sich gebracht.
Insgesamt 33 Kandidaten des ZAWM hatten sich zu den Vorausscheidungen angemeldet. Fünf von ihnen qualifizierten sich als Vertreter der belgischen Farben. Leider konnten aus technischen oder persönlichen Gründen dann nicht alle fünf mit nach Göteborg.
In den drei Tagen galt es dann nicht nur, die technischen Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu lösen. Eine genauso große Herausforderung war die Bewältigung des Stresses, der unter den Wettbewerbsbedingungen deutlich zu spüren war.
Justin Emontspool profitierte sehr von seinen Erfahrungen des Vorjahres, in dem er bereits als Vertreter Belgiens bei der Weltmeisterschaft in Brasilien angetreten war. Vieles war ihm jetzt schon vertraut, die Anforderungen empfand er als vergleichbar mit denen aus dem Vorjahr. Und natürlich hat er das Jahr genutzt, um weiter intensiv zu trainieren. So bestätigten ihm seine Juroren, dass er gut, schnell und organisiert vorgehe und sehr effizient arbeite.
Bei den Euroskills musste er an den drei Wettbewerbstagen vier große Aufgaben bewältigen, darunter das Motormanagement, Aufhängung und Lenkgeometrie, Fahrzeugelektronik, einen Motor zerlegen und vermessen und ihn dann wieder zusammenbauen. Auch für die Bereiche Sicherheit und die Sauberkeit am Arbeitsplatz gibt es Punkte.
Auch John Pauquet hat vor dem Wettbewerb sehr viel Zeit in sein Training investiert. Drei Wochen lang nahm er sich unbezahlten Urlaub, um gemeinsam mit seinem Ausbilder zu üben, wie er die zu erwartenden Aufgaben anzugehen hat. Dabei ging es auch um die Strukturierung der Arbeit und die Organisation des Arbeitsplatzes.

In seinem Fach hatte er sich gegen elf Konkurrenten aus anderen europäischen Ländern zu behaupten. Zu seinen Aufgaben gehörten bereits die Vorbereitungen für sein Fliesenbild: die Mauern errichten, Estrich legen alles nach Plan, um darauf dann die Fliesenarbeiten an der Wand und auf dem Boden auszuführen. Bereits hier ging alles auf Zeit. Wer seine Mauern am ersten Tag nicht stehen hatte, der konnte am zweiten Tag nicht sofort mit den Fliesen beginnen.
Und dabei ging es um sehr anspruchsvolle Arbeiten: Es waren mehrere Muster zu legen, Fliesenstücke in allen Winkeln, Kreisen und Bögen zu schneiden und dann auch noch passgenau mit den immer gleichen Abständen zu kleben. Alles unter Zeitdruck.
Und als dann am Ende des dritten Tages die Glocke den Schlusspunkt setzte, brauchte er erst einmal einige Zeit, um zu realisieren, dass es nun vorbei war. In den letzten Stunden hatte er unter unwahrscheinlichem Hochdruck gearbeitet, der alle Zuschauer mit ansteckte und mitfiebern ließ. Unter diesen waren seine Mutter und die Großeltern, aber auch der Fachlehrer und der Direktor des ZAWM, die es sich nicht nehmen ließen, den beiden Kandidaten die Daumen vor Ort zu drücken.
Und so lautete das erste Fazit der beiden Kandidaten direkt nach dem Aufräumen: „Es ist wertvolle Erfahrung: den Respekt von anderen zu bekommen, über sich hinaus zu wachsen und zu zeigen, dass handwerkliche Berufe sehr weit gehen können“. Auch die Begleiter und Trainer bescheinigen beiden Kandidaten, wie sehr sie in dem Jahr der Vorbereitung über sich hinausgewachsen und beruflich gereift sind. So sind beide überglücklich, diese Chance erhalten zu haben unabhängig von ihrem Resultat, auf das sie zu diesem Zeitpunkt noch 24 Stunden warten mussten bis zur feierlichen Abschlussgala am Sonntagabend.
Dort erhielt das gesamte belgische Team äußerst viel Lob und Anerkennung. Vier Mal Gold, einmal Silber und einmal Bronze sowie neun Exzellenzmedaillen darauf ist das belgische Team stolz. An dem Erfolg haben die ostbelgischen Teilnehmer einen beachtlichen Anteil.Die 23jährige Ronja Fell aus Burg Reuland hat zusammen mit ihrem Kollegen Loic Gluckmann aus Lambermont im Fach Fashion Technology die Goldmedaille geholt. Für die beiden Teilnehmer des ZAWM Eupen gab es die Exzellenz-Medaille. Eine Exzellenz-Medaille wird den Teilnehmern verliehen, deren Ergebnis über dem europäischen Durchschnitt liegt.
Damit kehren sie stolz und glücklich von dieser äußerst fordernden und lehrreichen Reise nach Hause zurück. Das ZAWM schließt sich den zahlreichen Glückwünschen an. Auch für das kommende Jahr sind die Kurzteilnehmer des Zentrums zu den Vorausscheidungen eingeladen, um Erfahrungen zu sammeln, die sie sicher nach vorne bringen können.
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